Zitat von der VCD.org: “Beim ‘Runden Tisch zur Verkehrspolitik’ steht der Vorstand des Kreisverbandes zur Verfügung, um aktuelle Verkehrsthemen zu diskutieren und zukünftige Aktionen zu planen.”
Piazza Poppelsdorf: Bekenntnis zum Qualitätsabbau der Stadt
Tja, schön ist der Vorplatz auf der Clemens-Auguststraße vor dem President-Hotel wahrlich nicht. Alte, rostige Container in denen ein Geschäft und 2 Imbiss-Buden notdürftig untergebracht sind kann man nicht schön finden.
Und da kommt Architekt Ralph Schweitzer und macht einen Vorschlag: Die Überbauung soll um ca. 15 Meter erweitert und städtebaulich schöner gestaltet werden. Es gibt sogar ein Nutzungskonzept, das die Piazza für die Poppelsdorfer noch attraktiver gestalten könnte. Es könnte also schön werden und die fiese Schneise würde sinnvoll genutzt.
Doch wer da denkt, das sei doch so überzeugend, dass man es sicher ganz schnell umsetzen würde, der hat nicht mit der Stadtverwaltung und dem sogenannten Baulastträger (Landesbetrieb Straßenbau sowie Landes- und auch Bundesverkehrsministerium) gerechnet, denn die blocken ab.
Verwundern sollte es nicht, denn die Erfahrung meiner letzten zwanzig Jahre in Bonn sagen mir: Die Stadt Bonn setzt sich mehr dafür ein, dass aus dem hochwertigen Juwel für Firmen und Anwohner eine Bürokraten-Wüste gemacht wird. Egal ob es sich um die Reuterstraße oder andere Bereiche der Stadt dreht, immer wenn jemand in Eigeninitiative etwas gutes und die Lebensqualität verbesserndes vorschlägt, dann starten die Bedenkenträger und der Amtsschimmel. Es ist erstaunlich, dass die Stadtväter und –Mütter scheints ihre Stadt so wenig lieben, dass sie lieber gute Ideen blockieren als tatkräftig unterstützen.
Wenn ich diesen Blog zunächst nur wegen der unhaltbaren Situation auf der Reuterstraße in Bonn ins Leben gerufen habe, so wird mir Zug um Zug klarer, dass die Haltung der Bonner Verwaltung für alle Bereiche gilt.
Sei es, dass Bäder geschlossen werden sollen oder der ÖPNV abgebaut wird – man hört aus dem Stadt- und Rathaus nur Lippenbekenntnisse und bei der Umsetzung das rheinische „Jaaa, aber …“ – Und dann geht wieder nichts mehr. Es ist erstaunlich wie symptomatisch und stereotyp die Verweigerungshaltung ist. Warum kann man sich in den Entscheider-Rängen nicht mehr zur Stadt und der positiven Stadt-Entwicklung bekennen? Wieso ist es unmöglich, zu erkennen, dass der Bonner Bürger sich zunächst wohlfühlt und diese Attraktivität auch ein unbezahlbarer Standortvorteil ist.
Immer wieder liest man von Lobbyisten, die sich gegen Umweltschutz mit „Sach-Argumenten“ stemmen, muss mitansehen, wie wirklich gute Projekte durch Bürokraten torpediert und mies-geredet werden. Sogar Projekte, die durch Eigeninitiative umgesetzt werden, werden behindert.
Dass aber die Telekom, die Post, die UN, die Deutsche Welle und viele andere deswegen Ihren Standort hier haben und zunächst behalten, weil die Stadt bemerkenswerte Vorteile hat, auf die leitende Angestellte und kompetente Mitarbeiter genau schauen, wenn sie einen Wechsel zu uns beabsichtigen, das scheint übersehen zu werden. Ich selbst habe soeben erlebt, wie sehr man (NOCH) mit Bonn werben kann, wenn man auf dem engen Facharbeitsmarkt sucht: Wir konnten für meinen Arbeitgeber jemand „unbezahlbares“ für uns begeistern, weil Bonn immer noch als Wohnort eine Oase ist. Wieso demontiert man dieses Bild, wieso boykottiert man die Unternehmen der Stadt und der Region.
Ein besser funktionierender ÖPNV würde uns sogar noch attraktiver für das Einzugsgebiet Großraum Köln machen – und was machen die Stadt-Bürokraten? Sie torpedieren eine so charmante Idee wie die Poppelsdorfer Plaza. Nun, vielleicht wird das nach der nächsten Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl anders, wobei meine Hoffnung nicht sehr groß ist, denn wer sollte da nachrücken?
Zum Schluss der Wunsch: Liebe Stadtverwaltung und Verantwortliche, gebt diesem wie auch vielen anderen Projekten eine Chance und sichert nicht nur mündlich eine tatkräftige Unterstützung zu. Wir wissen, Ihr habt kein Geld, doch Eure Unterstützung in allen Gremien und Eure politische Stimme könnte Bonns Lebensqualität halten und sogar erheblich verbessern. Wenn ihr begriffen habt, dass diese Arbeit hart aber sinnvoll ist, dann werdet Ihr auch verstehen, dass dies die beste und nachhaltigste Investition in den Standort und unsere Zukunft ist. Bonn könnte mit einem solchen Engagement zum Vorreiter und somit schönsten Stadt Deutschlands werden und die Begehrenden stünden vor Eurer Tür Schlange. Dies als wohlmeinender Ratschlag und als hoffnungsfroher Wunsch eines überzeugten Bonner Bürgers.
Mein Lieblingssatz steht ganz am Ende des Artikels:
… „Eine Umweltzone macht aber nur dort Sinn, wo es sich um eine großflächige Problemsituation handelt. In der Reuterstraße sollten zunächst lokale Maßnahmen ergriffen werden, da die Grenzwertüberschreitung auch lokal vorliegt“, führt Weltrich weiter aus.
Herr Weltrich, wir freuen uns auf Ihren Umzug an die Reuterstraße - sollten Sie eine freie Wohnung suchen, dann sagen Sie Bescheid.
Wundert das irgendwen?
Mich wundert nur, dass das Handwerk nicht versteht, dass es auch mit sauberer Umwelt geht und offensichtlich noch ein Denken hat, das dem Motto folgt: “Was der Bauer nicht klennt …” - Wobei ich das bei den Handwerkern, die ich kenne eigentlich nicht der Fall ist - Vielleicht liegt es ja an den Verbandsleuten.
Und dass der ADAC, der sich immer so modern gibt immer noch glaubt, die Parole “Freie Fahrt für freie Bürger” sei anwendbar. Mit diesem Artikel wird meines Erachtens der ADAC als rückständig und borniert entpuppt. Das hätte ich eigentlich nocht erwartet.
Auch wenn der Text bereits etwas älter ist, so zeigt er doch, dass nicht allein die Stadt Bonn sich um die Verantwortung drückt … ob das einem ein besseres oder schlechteres Gefühl geben soll, sei dahingestellt.
Aber ich finde dieser Link gehört dennoch in diesen Blog und deswegen ;-)
